Olavsfestdagene

09. August 2014

Olavsfesttage in Trondheim

Trondheim ist für Christen eine der wichtigsten Städte. Dies liegt daran, dass hier Olav Haraldsson, der die Grundsteine für die Christianisierung in Norwegen gelegt hat, begraben ist. Es führen deshalb auch alle Pilgerwege Skandinaviens nach Trondheim und enden am Nidarosdom. Jedes Jahr wird der Tod des heiligen St. Olav über mehrere Tage Ende Juli / Anfang August gefeiert.

Ich wollte mir das natürlich auch anschauen und kucken, wie die Norweger so ein Mittelalterfest veranstalten. Bin ja ein großes Mittelalterfest aus Landshut gewohnt.

Am ersten Tag bin ich deshalb gleich mal in die Stadt zur Auftaktveranstaltung gegangen. Dies war aber nichts besonderes. Es gab 1-2 Reden von Politikern und dann ging ein kleiner Zug vom Marktplatz zum Nidarosdom.

Am und rund um den Nidarosdom fanden dann die nächsten Tage einige Veranstaltungen statt. Nebenan im Hof des Erzbischofspalasts war auch ein kleiner Mittelaltermarkt aufgebaut. Hier boten Handwerker und Handelsleute aus Norwegen ihre Waren an. Vieles davon war auf Kinder zugeschnitten, wie Holzschwerter und Helme etc. Man konnte auch live beim Schmieden oder Steinhauen zuschauen.

Ritterturnier

Als ich sah, dass auch ein Ritterturnier veranstaltet wird, dachte ich sofort an die Landshuter Hochzeit. Da wollte ich sofort hin, um auch einfach mal einen Vergleich zu haben. Zuerst sei gesagt, dass das Turnier hier viel kleiner ist, als die Ritterspiele bei der LaHo und deshalb natürlich nicht zu 100% verglichen werden kann. Die Aufmachung sieht auf den ersten Blick aus wie bei der LaHo. Viele Helfer und Schauspieler in Mitteralterkostümen. Aber wenn man die LaHo gewöhnt ist, fällt einem sofort etwas auf. Hier wird nicht so viel Wert auf "historisch korrekt" gelegt, wie es in Landshut ist. Und hier ist es mir dann auch zum ersten Mal aufgefallen, wie wichtig das doch ist. Es macht einfach die Atmosphäre kaputt, wenn ein Schauspieler im Mittelalterkostüm eine Sonnenbrille trägt. Oder wenn man unter dem Kostüm die Jeans sieht. Armbanduhren oder Turnschuhe passen einfach auch nicht.

Aber nun zum Turnier an sich. Nachdem die Ritter eingezogen und vorgestellt worden sind, ging es auch gleich mit den Wettkämpfen los. Am Anfang waren es so Sachen wie Ringelstechen oder einen Speer aus dem Ritt in einen Strohballen zu treffen. Aber was natürlich alle sehen wollen ist der "Ritt über die Planken" (jedenfalls heißt das bei der LaHo immer so). Was mich zuerst stutzig gemacht hat war der Umstand, dass die Pferde keinerlei Schutz hatten. Ich dachte mich zu erinnern, dass bei der LaHo auch die Pferde zumindest vorne eine Panzerung haben. Auch die Rüstungen waren nicht ganz so dick und spätestens die Lanzen sind eine ganze Nummer kleiner. Sie sind jedenfalls so leicht, dass die Ritter die Lanzen direkt in der Hand halten und heben können. Bei der LaHo werden sie ja direkt in der Rüstung "verankert", weil sie so schwer sind. Trotzdem ging es gut zur Sache. Einer der Ritter verletzte sich an der Hand und musste abbrechen. Es wurde auch ein Krankenwagen geholt, es sah aber nicht allzu schlimm aus.

Zum Schluss gab es noch einen witzigen Wettkampf, bei dem alle Ritter ein Kreuz am Helm befestigt bekamen. Mit gepolsterten Schwertatrappen mussten sie versuchen sich die Kreuze gegenseitig vom Helm zu schlagen. Wer sein Kreuz verlor war raus und der letzte der übrigbleibt gewinnt.

Alles in allem war es ganz gut anzuschauen und auch wieder eher für Familien und Kinder gemacht. Es werden sehr viele Späße gemacht und man nimmt das hier nicht ganz so ernst wie in Landshut.

Stiklestad und das "Spelet om Heilag Olav"

In meinem Reiseführer wurde zum Thema Olavsfestdagene vor allem eine Veranstaltung hervorgehoben: "Spelet om Heilag Olav" in Stiklestad. Das Schauspiel vom heiligen Olav in Stiklestad. Im Jahr 1030 fand in Stiklestad eine Schlacht zwischen dem Heer vom Olav Haraldsson und einem heidnischem Heer statt. Olav starb bei dieser Schlacht, trotzdem gilt sie als das Grundereignis zur endgültigen Christianisierung Norwegens. Jedes Jahr wird in Stiklestad ein Schauspiel in einem Freilufttheater aufgeführt, das dieses Ereignis erzählt. Es ist zwar recht teuer, aber ich habe mich trotzdem dafür entschieden mir das Ganze anzuschauen.

Mit dem Bus ging es um 18 Uhr von Trondheim nach Stiklestad (ca. 1,5 Std. Fahrt). Der Bus war voll mit Leuten im eher gehobenen Alter :-). Zum Glück waren in Stiklestad aber alle Altersgruppen vertreten und ich kam mir nicht mehr so komisch vor wie im Bus :-). In Stiklestad selbst gab es auch einen Mittelaltermarkt und ein paar historische Wikingersachen zum Anschauen. Generell aber sehr wenig. Gespannt wartete ich dann auf die Vorführung, die um 23 Uhr begann.

Das Wetter sah an diesem Abend nicht 100% stabil aus und man konnte überall Regenponchos kaufen. Ich hatte nicht mal eine Jacke dabei, war aber trotzdem zu geizig einen Poncho zu kaufen. Ich blieb optimistisch und hoffte, dass das Wetter hält. Kurz vor Beginn, als alle schon auf ihren Plätzen saßen, begann es zu tröpfeln und alle zogen panisch ihre Ponchos über. Nur ich nicht :-). 5 Minuten später hat es wieder aufgehört und ich konnte innerlich lachen, wie sie dann alle mit ihren dummen Ponchos dasaßen ohne dass es regnete :-). Das Wetter hielt auch den ganzen Abend.

Das Schauspiel an sich dauert ca. 2 Stunden und erinnert stark an ein Musical. Es wird viel gesungen und die Hauptdarsteller sind auch professionelle Schauspieler, die richtig gut singen können. Begleitet wird das Ganze live von einem Orchester, das unter der Bühne sitzt. Die Aufmachung war richtig gut, mit schönen Lichteffekten im Hintergrund. Es lohnt sich auf jeden Fall diese Aufführung anzuschauen. Es ist sicher auch noch viel besser, wenn man norwegisch versteht, da alles natürlich auf norwegisch war. Ich hab leider sehr wenig verstanden, aber die generelle Geschichte zum Glück trotzdem verstanden.

Um kurz nach halb 3 war ich dann wieder in Trondheim und musste vom Bahnhof noch ca. 40 Minuten zur Wohnung laufen. Zum Arbeiten habe ich am nächsten Tag erst gegen 11 Uhr begonnen. Selbstständig sein rockt! :-)

Co-Working Space

Wo wir beim Thema arbeiten sind. Ich war hier für 2 Monate in einem Co-Working Space. Ich konnte dort 9 Tage im Monat arbeiten. Es ist wie in einem großen Gemeinschaftsbüro. Ich finde das eine total coole Sache und hoffentlich auch bald in Landshut vorhanden. Man lernt sehr leicht neue Leute kennen und es macht Spaß in solch einer Umgebung mit jungen Firmen zu arbeiten.

Published on 09. August 2014

Falls irgendwo Satzzeichen fehlen, bitte eines von hier nehmen.
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