Einmal Geiranger und zurück bitte
Wenn man an Norwegen denkt ist eines der ersten Sachen die einem einfällt? Klar, Alkohol ist scheiß teuer, aber dann kommt man ziemlich schnell auf die Hurtigruten. Und auch ich wollte da mal mitfahren, wenn ich schon mal hier bin. Ich hab dann auch die Claudia mitgenommen, sie war ja eh zufällig da :-). Mit dem Bus ging es erstmal von Trondheim nach Ålesund. Die Fahrt dauert ca. 7 Stunden, ist aber recht schön. Man muss auch zwei mal mit der Fähre fahren und hat einen wunderbaren Ausblick auf Norwegens Natur.
Am späten Nachmittag waren wir dann in Ålesund und haben erstmal im Hotel eingecheckt. Danach sind wir ein bisschen durch die Stadt gelaufen und haben ein "günstiges" Restaurant zum Essen gesucht. Ålesund ist vom Baustil her total anders wie Trondheim. Alles ist im Jugendstil gebaut und sieht erstmal gar nicht nach Norwegen aus. In Trondheim ist man ja die ganzen Holzhäuser gewohnt, die man in Ålesund so gut wie gar nicht findet.
Nach dem Essen ging es ca. 400 Stufen hinauf auf den Hausberg Aksla, von dem man einen super Blick über die Stadt hat. Hier sieht man dann auch, wie verstreut die Stadt auf vielen kleinen Inseln ist. Alle Inseln sind mit Brücken oder Tunnel miteinander verbunden. Es fahren aber auch regelmäßig Fähren hin und her. Da Ålesund direkt am Meer liegt, sind auch viele Kreuzfahrtschiffe im Hafen.
Für uns ging es am nächsten Tag auf die MS Nordnorge, unser Hurtigrutenschiff für die nächsten 23 Stunden. Die Fahrt ging von Ålesund aus in den Geirangerfjord bis nach Geiranger, wieder zurück nach Ålesund und dann weiter nach Trondheim. Der Geirangerfjord ist einer der schönsten Fjorde Norwegens und auch UNESCO Weltkulturerbe. Die Fahrt durch den Fjord ist echt super schön. Links und rechts erheben sich Berge und Klippen mit vielen Wasserfällen und einfach nur schöner Natur. In Geiranger angekommen wurden Passagiere an Land gebracht und neue Passagiere aufgenommen. Dies geschieht über kleine Boote, da die größeren Schiffe nicht direkt anlegen können. Das Hurtigrutenschiff macht nicht lange halt und es ging auch gleich wieder zurück nach Ålesund.
Obwohl die Hurtigruten eigentlich Postschiffe sind, sind sie mittlerweile schon stark auf Touristen ausgelegt. Trotzdem werden an den Häfen noch Güter ein- und ausgeladen, welche die Schiffe weiter transportieren. Wieder in Ålesund angekommen bot sich ein ziemlich cooler Blick auf die Stadt. Über den Berg Aksla "schwappte" der Nebel aus dem Norden und es sah aus wie ein brodelnder Hexenkessel. Die weitere Fahrt nach Trondheim verlief dann durch eben diesen Nebel, wodurch man leider nichts mehr sehen konnte.
Erst in Trondheim lichtete sich der Nebel wieder. Am Hafen ankerte die Lofoten, das älteste noch im Dienst stehende Schiff der Hurtigruten. Das konnte man auch noch besichtigen, aber danach war unser Hurtigrutenausflug auch schon wieder vorbei. Die Zeit verging leider viel zu schnell. Ich kann eine Fahrt mit den Hurtigruten aber nur empfehlen. Auch wenn wir nur ein kurzes Stück gefahren sind, hat es sich schon gelohnt.
Badespaß (fast) am Polarkreis
Am selben Tag wie wir mit den Hurtigruten in Trondheim angekommen sind, wollten wir nichts zu anstrengendes unternehmen. Es war schönes Wetter, also sind wir baden gegangen. Am Rande des Bymarka liegen mehrere Seen, die zum Baden einladen. Wir haben uns für den Kyvatnet entschieden. Das ist ein recht beliebter Badesee hier in Trondheim. Das Wasser war zwar noch etwas frisch, aber schonmal wesentlich wärmer als direkt im Fjord zu baden. Draußen hatte es ca. 28 Grad. Das Wasser war also eine willkommene Abkühlung.
Der Wald ruft
Ausgeruht vom Badetag war es dann soweit. Die Claudia durfte endlich zum Wandern gehen :-). Wir sind in den Bymarka und ich habe eine kleine Tour geplant. Mit dem Bus ging es in die Stadt und dann mit der nördlichsten Straßenbahn der Welt, der Gråkallenbahn, hinauf nach Lian. Von dort aus ging es dann durch den Wald auf den bereits bekannten Geitfjell. Für mich das dritte mal, aber der Gipfel ist immer wieder schön. Weiter ging es auf den Våttakammen und von dort aus zum Theisendammen. Dort haben wir unsere Füße im See etwas erfrischt, um dann nach Hause zu marschieren.
So schnell kann's gehen
Und dann war es auch schon wieder Sonntag und die Claudia musste zurück nach Deutschland. Es war eine kurze, aber schöne Woche und eine willkommene Abwechslung zum Arbeitsalltag. Es war auch für mich richtig schön, jemanden vertrauten zu sehen, mit dem man die Zeit verbringen kann. Hiermit nochmal ein Danke für den Besuch und den schönen Ausflug zusammen.
Aber damit war der Tag ja noch nicht vorbei. Es ging ins Three Lions Pub zum Burgeressen und Fußballkucken. Und es war ein gelungener Abschluss. Da bin ich einmal zur WM nicht in Deutschland und schon werden wir Weltmeister. So viel feiern konnte ich leider nicht, da den Norwegern das ziemlich egal war und auch nicht sooo viele deutsche Fußballfans hier sind. Schön war's trotzdem! Weltmeister samma!
